MAX DAUTHENDEY & GERTRAUD ROSTOSKY


Biographien

Man trägt Deine Bilder im Geiste herum und wird nicht fertig mit ihnen. Man arbeitet an ihnen weiter und nur solch ein Werk, das zum Weiterarbeiten anregt, und das man niemals auswendig lernen kann, das ist das Werk einer echten Kraft. <…> Jedes wirklich bleibende Kunstwerk muß etwas alleinstehendes, ganz auf sich Beruhendes haben, und das haben alle Deine Bilder.
Max Dauthendey

 

Er war einer unserer sinnlichsten Dichter, in einem fast östlichen Begriffe: seine Sinnlichkeit trat, ohne zu fragen, weit in den Geist hinein und erschien an Stellen, die man für die abstraktesten halten mochte, in dem ganzen Temperament ihrer warm­blühenden Natur. In der deutschen Literatur weiß ich nicht ein ähnliches Zusammentreffen.
Rainer Maria Rilke

Gertraud Rostosky
• 1876   Am 7. Januar als zweite Tochter des aus Leipzig stam­menden Buchhändlers Heinrich Rostosky (1844-1876) und der Maria Rostosky, geborene Wadenklee (1854-1938) in Riga geboren. Ihr Onkel war der Maler und Illustrator Carl Oswald Rostosky (1839-1868). Nach dem Tod des Vaters Rückkehr nach Würzburg in das Elternhaus der Mutter, den Gutshof Neue Welt.
• 1883-88   Grundschulen in Würzburg und Plauen/Vogtland.
• 1889-96   Juli 1892 Abitur in Würzburg; anschließend Besuch der Musikschule. Mehrmonatiger Aufenthalt in Livland. Erfolgloser Heiratsantrag von Max Dauthendey.
• 1897-1900   Ende Februar Umzug nach Dresden und am 1. April 1897 Aufnahme des Studiums an der Zeichenschule des Frauen-Erwerb-Vereins. Oktober 1899 staatliches Fach­lehrer­innen- Examen in Dresden und ab November 1899 bis August 1900 Lehr­tätigkeit an einem deutschen Mädchen­gym­nasium in Moskau. Ausbildung zur Malerin in München; Studium an der Damen­akademie bei Angelo Jank, daneben Unterricht bei Anton Ažbé und Simon Hollósy.
• 1902-04   Im Spätherbst 1902 erster Aufenthalt in Paris. Liebes­beziehung zu Max Dauthendey. Besuch der Académie Colarossi, zudem wird sie Schülerin von Eugène Carrière und Olga Boz­nan­ska. Kontakte zu dem nordischen Künstler­kreis um Maja Vogt und Bekanntschaft mit Oskar Panizza. Im März 1903 Rückkehr nach Würzburg. Im folgenden Winter 1903 bis Sommer 1904 Fortsetzung der Ausbildung in Paris. Danach arbeitet sie abwechselnd in München und Würzburg.
• 1905-07   Ende Februar kehrt Max Dauthendey auf die Neue Welt zurück und sie malt in der Folgezeit von ihm das erste Portrait, ein Brust­bild in Öl - ein richtiger van Dyck, sagte Annie heut, es ist vorzüglich.
Längere Aufenthalte in München, wobei sie enge Kontakte zum Künstlerkreis um Waldemar Bonsels pflegt. Freundschaft mit Willi Geiger, Clara Weiß (verh. Geiger), Otto Flechtner, Marie Schnür (verh. Marc), Albert Weis­gerber, Nina Arbore, Hans Bran­den­burg und Edith von Bonin. Teilnahme an Kursen der Lehr- und Versuch-Ateliers von Wilhelm von Debschitz.
• 1908-09   Produktive Jahre, in denen sie sich intensiv mit der Freilichtmalerei beschäftigt. Im Februar Ausstellung im Kunstsalon von Walther Zimmermann in München. März bis Mai 1908 erste Reise nach Italien. Daran anschließend Mal­aufenthalte u. a. in Dres­den, Würzburg, Veits­höchheim und Berlin. Das Portrait von Elisabeth Dau­thendey entsteht. Im Herbst 1909 malt sie in Mün­chen das Portrait der Ver­leger­gattin Annie Holm.
• 1910-1913   Die Jury der Münchner Secession wählt ihr Ölbild Parkwirtschaft am Morgen für die Früh­jahr&saus&stellung aus. Längerer Aufenthalt in Rom von Oktober 1910 bis April 1911 mit einem Atelier in der Via della Croce 71/IV. Ausstellung im Kunst­haus Brakl, München. Freundschaft mit Ludwig Lewin, dem späteren Leiter der Lessing-Hochschule in Berlin. Ab September 1911 bis Ende April 1912 in Paris mit Atelier auf dem Montmartre in der 4, rue Camille Tahan; dann nochmals im Herbst 1912. Herbst/Winter 1913 wechselnde Ateliers in Berlin und München.
• 1914-18    Während des 1. Weltkrieges Tätigkeit als Kranken­schwester. Da­neben erteilt sie auf der Neuen Welt Mal­unterricht, bis sie schließlich Anfang des Jahres 1917 eine Malschule in Würz­burg gründet. Verschiedene Auf&trags&ar&beiten führen sie 1918 nach Dresden und Berlin. Durch Béla Czóbel lernt sie einige Maler aus dem ehemaligen Künstler­kreis des Café du Dôme in Paris kennen, wie Friedrich Ahlers-Hestermann, Alexandra Povorina, Elsa Weise und Marie Galimberti.
• 1919-23   Beginn der schriftstellerischen Tätigkeit, vor allem Lyrik; später folgen Abhandlungen zur Malerie sowie auto­bio­graphische Schriften. Ab Oktober bis Frühjahr 1921 arbeitet sie in ihrem Berliner Atelier in der Hom­burger­straße 4/IV. Sie nimmt an Aus&stellungen der Lessing-Hochschule in Berlin teil. Im Som­mer 1922 lernt sie in Würzburg die Malerin Dora Hitz kennen. Besuch der Malkolonie in Wertheim, wo sich u. a. die Ehepaare Otto Modersohn und Louise Modersohn-Breling und Friedrich Ahlers-Hestermann und Alexandra Povorina aufhalten.
• 1924   Freundschaft mit dem Archäologen Heinrich Bulle und Tilde und Carl Grossberg. Im Verlauf des Frühjahrs 1924 unter­nimmt sie eine Reise durch Norddeutschland, wobei sie eine längere Zeit als Gast im Haus des Ehepaares Modersohn ver­bringt. Anschließend kommen zu Arbeits­aufent­halten Modersohns, Czóbels, Weise, Ahlers-Hestermann und Povorina auf die Neue Welt.
• 1925-28   Auf der Neuen Welt etabliert sich für die nächsten Jahre im Sommer eine kleine Malkolonie. Neben Czóbels und Modersohns kommt erstmals auch Anton Kerschbaumer aus Berlin hinzu. In diesem Kreis findet die Nachfeier des 60. Ge­burts­tages von Otto Modersohn statt, auf der die Aus­drucks­tän­zerin Lisa Czóbel die Kulibajadere aus Max Dauthendeys Geflügelter Erde tanzt.
Im Frühjahr 1926 macht sie in Paris die Bekanntschaft mit Maurice Utrillo und Marie Laurencin. Bei diesem Aufenthalt kommt es zu einer letzten Begegnung mit ihrer ehemaligen Lehrerin Olga Boznanska. An­schließend hält sie sich für längere Zeit in Berlin auf. Sie lernt Augusta von Zitzewitz kennen und wird zu Beginn des Jahres 1927 Mitglied im Verein der Berliner Künstlerinnen. Teilnahme an der Großen Berliner Kunst­ausstellung. Im Mai sind Siddi und Erich Heckel zu Gast auf der Neuen Welt. 1928 ist sie in Berlin in mehreren Ausstellungen vertreten, so in der Galerie Nieren­dorf, im Lyzeumsklub und im Verein der Künstlerinnen.
• 1929-35   Im April besucht sie zum letzten Mal Paris. Vom Herbst 1929 bis zum Frühsommer 1930 arbeitet sie in Berlin. Teilnahme an der Herbstausstellung des Vereins der Künst­ler­innen. Sie verfasst mehrere Artikel über Dora Hitz und plant eine umfassende Monographie. Den Februar und März 1932 verbringt sie als Gast von Marie Galimberti in Prag. In deren Atelier malt sie das sogenannte Prager Selbstbildnis. Im Sommer macht sie die Bekanntschaft mit dem Medizinstudenten Ludwig Gremliza. Teilnahme an der 4rd Annual International Exhibition of Litho­graphy and Wood Engraving, Chicago.
• 1936-40   Im September reist sie zu einem letzten Wiedersehen mit Waldemar Bonsels nach Ambach an den Starnberger See. Ab August 1938 hält sie sich in Begleitung von Maräuschlein Walter, die an einer maßgeblichen Monographie über Ferdinand von Rayski schreibt, als Gast auf dem Rittergut Crostewitz auf. Im November 1938 verbringt sie einen zweiwöchigen Aufenthalt in Zürich im Haus des deutschen Konsuls Max Ringelmann. Eine geplante Wohngemeinschaft mit Edith von Bonin auf der Neuen Welt zerschlägt sich. Dagegen zieht im Sommer 1940 das Ehepaar Monica (Tochter von Sabine Lepsius) und John Berenberg als Mieter auf die Neue Welt.
• 1941-46   Abgesehen von kürzeren Erholungsaufenthalten, etwa mit Edith von Bonin und Martha von Khaynach, bleibt sie bis Krieg­sende hauptsächlich auf der Neuen Welt. Ende August 1946 unter­nimmt sie mit Maria und Dr. Ludwig Gremliza eine Reise an den Bodensee; Wieder­sehen mit Walther Zimmermann und Erich Heckel. Daran anschließend ist sie im Haus des Ehepaares Grem­liza in Schwenningen mit den Vorarbeiten zu ihrer Lithographien-Mappe beschäftigt.
• 1947-59   Anfang Juli reist sie nochmals nach Schwenningen zur Eröffnung ihrer Ausstellung; parallel dazu erscheinen ihre Litho­graphien als erste Publikation in der von Ludwig Gremliza und ihr gegründeten Lovis-Presse. Im Oktober 1947 erscheint ihr Buch Schöpferische Geister, worin sie u. a. über ihre Be­geg­nun­gen mit Korfiz Holm, Oskar Panizza und Dora Hitz schreibt.
Während des Sommers 1952 kommt es auf der Neuen Welt zu einer letzten Begegnung mit Lisa Czóbel und deren Tanzpartner Alexander von Swaine. Zu den weiteren Besuchern der nächsten Jahre gehören u. a. Theodor Heuss, Ludwig Lewin, Alfred Richard Meyer und Herbert Günther. Im Frühsommer 1958 schwere Erkrankung.
• 1959   Am 30. Mai 1959 stirbt Gertraud Rostosky auf der Neuen Welt.

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Maximilian (Max) Dauthendey
• 1867   Am 25. Juli in Würzburg als Sohn des ehemals russischen Hofphotographen und Daguerreotypisten Carl Albert Dauthendey (1819-1896) und der Deutschrussin Charlotte Karoline Dau­then­dey, geb. Friedrich (1837-1873) geboren.
• 1873   Tod der Mutter Charlotte Karoline Dauthendey am 11. Juni 1873 auf dem Gutshof Neue Welt in Würzburg.
• 1886   Schulabschluss. Bei seinem Berufsziel schwankt er zwischen der Malerei und Literatur. Zeitlebens bewahrt er sich sein tiefes Interesse für die Kunst und bleibt ein passionierter Zeichner und Maler. Seine vielen später gefertigten Aquarelle zeigten es, daß sie sein weit unmittelbarerer Ausdruck waren, urteilt Franz Blei.
Auf Wunsch des Vaters beginnt er im väterlichen Atelier eine Lehre als Photograph.
• 1889   Dreimonatiges Volontariat in einem photographischen Atelier in Genf. Den Sommer verbringt er bei Verwandten in Russland.
• 1890   Erste dichterische Versuche. Im Herbst reist er in Be­gleitung von Maria Rostosky und ihren Töchtern Margaretha und Gertraud zu einem Kuraufenthalt nach Wörishofen.
• 1891   Nach einem körperlichen Zusammenbruch wohnt er zur Erholung auf der Neuen Welt und schreibt an seinem ersten Roman Josa Gerth (Arbeitstitel: Der Pfauenhof, d. i. die Neue Welt). Nach andauernden Differenzen mit dem Vater verlässt er im Dezember das väterliche Haus mit dem Ziel Berlin. Erste Pu­blikationen in der Gesellschaft und in der Wiener modernen Rundschau.
• 1892-93   In München fordert ihn Otto Julius Bierbaum zur Mitarbeit am Musen­almanach auf. Er schreibt für Stefan Georges Blätter für die Kunst. In Berlin verkehrt er im Friedrichshagener Literaten-Kreis. Freundschaftlich verbunden ist er vor allem mit Richard Dehmel, Ola Hansson, Laura Marholm (verh. Hansson) und Stanislaw Przybyszewski. Zudem lernt er August Strindberg und Erich Mühsam kennen. Im Frühjahr unternimmt er eine erste Reise nach Bohuslän (Schweden) und Dänemark. Von der ein­samen und stillen Landschaft Schwedens fühlt er sich stark an­ge­zogen und inspiriert. Während des Aufenthaltes entsteht sein erster Lyrikband Ultra-Violett. Einsame Poesien.
• 1894 Vom Januar bis zum Frühjahr bereist er erneut Schweden. In London lernt er Frank Wedekind kennen. Bei einem Aufenthalt in Würzburg macht er Gertraud Rostosky einen Heirats­antrag. Im Spät­herbst ist er wieder in Schweden. Er verkehrt in Stockholm im literarischen Salon von Ellen Key, wo er seiner späteren Ehe­frau Anna Johanson (1870-1945) erstmals begegnet.
• 1895-96   Ständig wechselnde Aufenthaltsorte. Gemeinsam mit Richard Dehmel, Otto Julius Bierbaum, Paul Scheerbart und anderen wird die Idee zur Gründung der Kulturzeitschrift Pan voran getrieben. Am 6. Mai 1896 heiratet er in St. Helier auf der Insel Jersey Anna Johanson. Das Ehepaar wohnt in Paris.
• 1897-98   Der Plan zur Gründung einer Künstlerkolonie in Mexiko konkretisiert sich. Im Juni reist das Ehepaar nach New York, dann weiter nach Vera-Cruz (Mexiko). Das Projekt scheitert und nach einer Rundreise durch den Golf von Mexiko bis nach New Orleans kehren sie nach Europa zurück. Arbeits­er­geb­nisse sind die Gedichtbände Reliquien und Schwarze Sonne. Phallus sowie der Roman Raub­men­schen (1911). Im März 1898 macht er mit Karl Voll­moeller eine Rundreise in Griechen­land. Seine Eindrücke hält er in einer Vielzahl von Aqua­rellen und Zeich­nungen fest. In Berlin lernt er Arthur Holitscher kennen.
• 1899-1900   Ohne festen Wohnsitz lebt er in Berlin, Paris, Wisby, Stockholm, auf der Neuen Welt und München. Er schreibt für verschiedene Zeitschriften und Almanache, unter anderem für die neugegründete Insel. Neben seinen schreibenden Kollegen pflegt er einen freund­schaftlichen Umgang mit Malern und Illu­stra­toren, so etwa mit Emil Rudolf Weiß, Konrad von Freyhold und Karl Schmoll von Eisenwerth.
• 1901   Im Januar/Februar begegnet er in München auf einem Kostümfest Alfred Kubin, dessen künstlerisches Talent er als einer der ersten entdeckt.
• 1902-1905   Von Aufenthalten in Schweden unterbrochen, lebt er in den nächsten Jahren in kleineren Hotels und möblierten Zimmern in Paris. Leiden­schaftliche Beziehung zu Gertraud Rostosky, die zu einer unentbehrlichen Muse für ihn wird und Beginn einer intensiven Kor­res­pondenz. Dauthendey übersetzt Das Tagebuch des Verführers von Soeren Kierkegaard. Zu den Hauptarbeiten dieser Zeit gehören der von Rilke überschwänglich rezensierte Bänkelsang vom Balzer auf der Balz und Die ewige Hochzeit. Der brennende Kalender. Dauthendey entwirft die Einbandzeichnungen für den Balzer und die Ammenballade. Er lernt Edvard Munch kennen; von ihm und von Olga Boznanska wird er portraitiert. Zeitweise bewohnt er mit dem Übersetzer und Literaten Albert Dreyfus eine Villa in Barbizon. Ende Februar 1905 kehrt er wieder nach Deutschland und auf die neue Welt zurück. Gemeinsam mit Gertraud Rostosky arbeitet er an dem Drama Frau Raufenbarth (Arbeitstitel: Die Gittl und Im Zeichen des Stiers). Sie malt das erste Portrait in Öl von ihm.
Ende des Jahres bricht er zu seiner ersten Weltreise auf.
• 1906-07   Nach sieben Monaten kehrt er im August 1906 wieder nach Würzburg zurück. Ab dem Frühjahr wohnt er in München und arbeitet an seinem Drama Der Drache Grauli. Daneben versucht er durch Rezitationsabende Geld zu verdienen.
• 1908-09   Es folgt eine Zeit von großer künstlerischer Pro­duk­tivität. Auf der Grundlage seiner Reiseimpressionen entstehen Die geflügelte Erde und die Novellen Lingam. Mit dieser Novellensammlung wechselt er auch vom Axel Juncker Verlag zum Albert Langen Verlag. Mitte Juni verhandelt er in Berlin mit Bruno Cassirer und Arthur Holitscher wegen der Her­aus­gabe der Geflügelten Erde. Inspiriert von seinen Theater­besuchen in Japan beschäftigt er sich intensiv mit der Reformierung des Theaters nach asiatischem Vorbild. Plan zur Gründung eines eigenen Theaters.
• 1910-13   Die Wintermonate 1909/10 verbringt er in Berlin, wo er mit Max Reinhardt und Arthur Kahane über die Aufführung seines Dramas Die Spielereien einer Kaiserin verhandelt. Die Uraufführung findet am 15. Mai 1911 in München im Schau­spielhaus statt. Weitere Auf­führungen werden u. a. in Berlin und Hamburg gegeben. In den Haupt­rollen spielten Tilla Durieux und Albert Steinrück. Das Stück wird 1929 mit Lil Dagover verfilmt. Am 11. No­vem­ber 1911 wird in München das Drama Der Drache Grauli aufgeführt; zudem erscheinen die japanischen Liebes­geschichten Die acht Gesichter am Biwasee und die Komödie Maja. 1912 und 1913 werden die autobiographischen Schriften Der Geist meines Vaters und Gedankengut aus meinen Wanderjahren publiziert. Er kauft ein Grundstück im Guttenberger Wald in Würzburg. Das asiatisch anmutende Haus im sogenannten Guggelesgraben wird nach Dauthendeys Ent­würfen erbaut. Im März 1913 erhält er eine einmalige Zuwendung über 1000 Mark von der Schiller-Gesellschaft.
• 1914-17   In Berlin bereitet er eine zweite Weltreise vor, die vom Albert Langen Verlag und dem Norddeutschen Lloyd fi­nanziert wird. Am 15. April tritt er in Bremerhaven die Reise an. Im Juni fasst er den verhängnisvollen Entschluss, nicht wie geplant von Java aus zurückzukehren, sondern doch noch nach Neuguinea zu reisen. Dadurch wird ihm die Möglichkeit einer rechtzeitigen Heimreise vor dem Ausbruch des 1. Weltkrieges genommen. Im Januar 1915 kommt es in Medan/Sumatra zu einer Ausstellung seiner Aquarelle. Ab dem März 1915 verbringt er die nächsten Jahre auf Java. Alle Versuche durch Kollegen, etwa Bernard Shaw und Romain Rolland, eine Rückfahrt zu erwirken, scheitern. Die Gedichtsammlung Des großen Krieges Not erscheint 1915. Trotz seines labilen Gesundheitszustandes hat er mehrere Bücher in Arbeit, so das Märchenbriefbuch der heiligen Nächte im Javanerlande (1916/1921) und Das Lied der Weltfestlichkeit (1917/1918). Daneben entsteht in diesen Jahren eine größere Folge an Aquarellen. Spätestens seit 1917 leidet er unter den zunehmenden Malaria-Anfällen.
• 1918   Max Dauthendey stirbt am 29. August 1918 in Malang auf Java.

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